Randall a.d.Hs. Schönebeck, der in Point Richmond, Kalifornien, U.S.A. lebt, ist bei der Suche nach den Wurzeln seiner Vorfahren - sein Urgroßvater ist nach U.S.A. ausgewandert -  auf den Ort gestoßen und hat dort eine Kirche gefunden in deren Glockenstuhl eine Bronzeglocke mit Stifterinschrift von 1843 hing. Der Glockenstuhl war damals (1992) bereits baufällig und das Joch der Glocke angerottet. Die Glocke ließ sich nicht mehr läuten.

 

In der Folgezeit ist die Verschlechterung der Bausubstanz weiter fortgeschritten. Die Kirche selbst ist in einem sehr ordentlichen Zustand, der separate Glockenturm ist so baufällig, dass der zuständige Priester die Glocken (es existierte eine weitere Glocke aus Stahl von 1929) hat abnehmen lassen und die (ältere) Bronzeglocke im Keller seines Hauses untergebracht hat.

Im Laufe der Zeit bis 2009 ist im Wesentlichen bei den Mitgliedern der unter Anderem aus Sarranzig stammenden Teil der Familie die Idee entstanden, den Glockenturm zu sanieren und die Glocke wieder aufhängen zu lassen, damit sie in den nächsten Jahren ihre Arbeit, die Gemeindeglieder zum Gottesdienst zu rufen, wieder verrichten kann. Dies ist ja in jedem Fall auch die Absicht des Stifters, Hasso Ernst Otto Wilhelm v. Wedel, Patron und Rittmeister auf Sarranzig gewesen.

Ziel des Projektes war es nun, den Glockenturm und seine Glocken zu restaurieren und weiterhin zu erhalten.

Vorarbeiten: Analyse von Turm und Glocke

Zunächst mussten die Glocke und die Reste des Turms gründlich analysiert werden. Daszu hatten die Projektteilnehmer Hilfe vom pensionierten Glockensachverständigen der Nordelbischen Kirche, Pastor Huse.

Eine Begutachtung der Glocke durch Pastor Huse, den Glockensachverständigen der Nordelbischen Kirche im Oktober 2008 hat ergeben, dass die Glocke selbst in gutem Zustand ist und sich für spätere Zeiten die Investition in eine weitere Bronzeglocke (eine Moll-Terz tiefer) lohnt.

Der Glockenturm selbst ist in der für die Region typischen Holzbauweise als separater offener Turm ausgeführt. Diese Bauweise des Turms und die Aufhängung der Glocken unterscheidet sich fundamental von der Art, wie solche Geläutewerke heute in Polen angeordnet sind. Nach diesem Konzept sind die Glocken frei schwingend UNTER dem Joch aufgehängt, das früher in Holzlagern, heute in Wälzlagern gelagert ist.

Die Bewegung der Glocke erzeugt beim Läuten durch den so genannten Dopplereffekt während ihrer Eigenbewegung eine Klangnuance, die dem Geläutewerk eine eigene typische Charakteristik gibt.

Es erfolgten die Begutachtung des Glockenturms durch einen polnischen Architekten, der ein Exposeé angefertigt hat und die Anfrage und Erstellung von 3 Angeboten von lokalen Firmen für die Restaurierung. Dabei sind waren die Projektteam Mitglieder sich allerdings nicht sicher, ob die anbietenden Unternehmen die Anforderungen an die Qualität der Arbeiten auch einhalten können. Insbesondere soll auch das verwendete Holz von guter Qualität (Restfeuchte) sein, damit nicht bei der Schrumpfung der Struktur des frischen Holzes neben dem alten Holz Schäden auftreten.

Der Plan steht: Der Familienverband bewilligt die Mittel

Auf dem Familientag in Wesel bewilligte der Familienverband die Mittel für das Projekt: der wesentliche Anteil stammt von Randall, der auch das Vermächtnis seines Onkels Don (Donald a.d.Hs. Schönebeck) mit einschloss, ein weiterer großer Anteil von Karlfriedrich a.d. Hs. Vossberg.

Die Bauarbeiten beginnen

Zunächst wird noch im Herbst 2009 das Fundament an gleicher Stelle errichtet, an der vorher der alte Turm gestanden hat. Der baufällige hölzerne Vorbau der Kirche wird abgerissen.

Der Achitekt zweifelt an, ob die Anker wirklich aus feuerverzinktem Stahl bestehen. Ein Besuch bringt Gewissheit. wir haben bei der Auswahl des Bauunternehmers auf den richtigen gesetzt. Das Bauunternehmen führt die Arbeiten gewissenhaft, prünktlich und im Budget aus.

Kurz vor dem Familientag 2010: Das Projekt ist pünktlich beendet

Endlich im August 2010 ist es dann soweit: Randall, der Initiator des Projektes kann den fertigen Glockenturm in Augenschein nehmen.

Die Stifterglocke wird aufgehängt und sogar der Bischof reist an um vor großer Kulisse die alte Glocke im neuen Turm einzuweihen. Ein Gottesdienst auf Polnisch, Deutsch und Englisch wird vom örtlichen Pfarrer und der Gemeinde mustergültig organisiert. Der Familientag in Brakel erfährt von Joachim Parlow, Henning Pumptow und Randall aus erster Hand über die einmalige und gelungene Einweihungsfeier. 

Anlässlich des Familientages 2011 in Tütz, hat die Familie dann ebenfalls Gelegenheit den neuen Sarranziger Glockenturm zu bestaunen.